Kastration und Sterilisation

Definitionen, Unterschiede, Ratschläge

 

Jeder Tierarzt kennt es aus der täglichen Praxis: Die Frage nach dem Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation. Viele Tierbesitzer sind verunsichert,  weil sie unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen über Kastration und Sterilisation kennen. Im folgenden sollen die Unterschiede herausgestellt und erläutert und Ratschläge erteilt werden. Grundsätzlich ist bei beiden Geschlechtern sowohl eine Kastration als auch eine Sterilisation möglich.


KASTRATION STERILISATION
DEFINITION Entfernung der Keimdrüsen. Das beudetet beim männlichen Tier Entfernung der Hoden,beim weiblichen Tier Entfernung der Eierstöcke Das Tier wird unfruchttbar gemacht. Das bedeutet beim männlichen Tier die Durchtrennung der Samenleiter, beim weiblichen Tier Durchtrennung der Eileiter
BEDEUTUNG Die Tiere werden unfruchtbar und das Sexualverhalten ist unterbunden .

Männliche Tiere zeigen kein Markierverhalten mehr, die Agressivität wird reduziert, Rüden laufen nicht mehr weg.
Weibliche Tiere zeigen keine Brunst (Hitze, Rolligkeit) mehr. Gebärmutterentzündungen sind ausgeschlossen und die Gefahr von Tumoren des Gesäuges nimmt deutlich ab. Hündinnen weden nicht mehr scheinschwanger.

Die Tiere sind nur unfruchtbar. Das Sexualverhalten ist unverändert . Das Risiko von Gesäugetumoren und Gebärmutterentzündungen ist unverändert hoch.
HÄUFIGKEIT In der Tiermedizin häufig durchgeführt In der Tiermedzin sehr selten durchgeführt
WARUM
Beim Rüden : bei unerwünschtem Verhalten (Markieren, Dominanzaggression, Streunen)
Beim Kater: unerwünschtes Verhalten,Geruch (Markieren, Raufereien etc)
Bei der Katze: zur Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung, zur Gesundheitsprophylaxe, zur Verhinderung der Rolligkeit.
Bei der Hündin: zur Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung, zur Gesundheitsprophylaxe, zur Verhinderung der Hitze.

Kastrierte Tiere haben statistisch gesichert eine etwa 1 Jahr längere Lebenserwartung als unkastrierte !

Beim Tier kein vernünftiger Grund.
FOLGEN Durch die hormonelle Umstellung sinkt der Grundumsatz. Die Tiere benötigen weniger Energie,d.h. die Fütterung muß reduziert werden.  Wenn dies konsequent durchgeführt wird, ist keine Zunahme des Gewichtes zu befürchten. Bei Hündinnen  kommt es selten zu einer  Urininkontinenz, die aber mit Medikamenten gut beeinflußbar ist. Unfruchtbarkeit.
OPERATION
Beim Rüden : Beide Hoden und der Hodensack werden entfernt, die Haut wird  zugenäht.
Beim Kater : Beide Hoden  werden entfernt, die Haut wird  nicht zugenäht.
Bei der  Katze : Durch einen kleinen Bauchschnitt werden beide Eierstöcke und die Spitze der Gebärmutter entfernt.
Bei der  Hündin : Durch einen Bauchschnitt werden beide Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. (Totaloperation)
Männliche Tiere : ca. 1 cm des Samenleiters wird auf beiden Seiten entfernt

Weibliche Tiere : Die Eileiter werden durchtennt und ca 1 cm auf beiden Seiten davon entfernt


WARUM LEBEN KASTRIERTE TIERE LÄNGER

Statistisch nachgewiesen leben kastrierte Tiere im Durchschnitt etwa 1 Jahr länger als unkastrierte. Die Ursache ist für das jeweilige Geschlecht und die Tierart spezifisch.

RÜDE

Die längere Lebenserwartung kastrierter Rüden hat keine medizinische Ursache. Es liegt wohl daran, daß kastrierte Rüden weniger agressiv sind und somit seltener ein Anlaß für eine Euthanasie aus  Verhaltensgründen besteht.

KATER

Kastrierte Kater (Freiläufer) leben deshalb länger, weil sie sich weniger oft sich mit Artgenossen prügeln und somit seltener an Kampfverletzungen oder an unheilbaren, beim Kämpfen  übertragenen Virusinfektionen ( Leukose, FIV, FIP) sterben.

HÜNDIN

Für die Hündin ist die Kastration, wenn sie früh erfolgt (1-2Jahre) deshalb lebensverlängernd, weil häufige Krankheiten älterer  Hündinnen (Gebärmuttervereiterungen, Geschwülste der Milchdrüsen) nicht mehr vorkommen können.

KATZE

siehe Hündin.